CURIOUS? - by Anne(Sparkling-Gossip)

Ich frage mich immer wieder, wie es kommen kann, dass man verliert. Man verliert sich selbst, man verliert die Orientierung, man verliert Freunde. Wieso eigentlich? Weil man zu eitel ist, an wichtigen Dingen festzuhalten? Weil man sich leicht ablenken lässt und nicht mehr den Focus auf die eigenen Ziele hat? Ich weiß es nicht.

Mich selbst habe ich schon vor langer Zeit verloren. Ich hab es nichtmal bemerkt. Irgendwann schaute ich in den Spiegel und in meinen Augen entdeckte ich mich nicht mehr. Ich sah nur noch das Dunkle einer ausgelöschten Kerzenflamme. Der Flamme meiner Seele. Irgendwann muss jemand sie ausgepustet haben, ohne dass ich es bemerkte. Oder war es gar ich selbst?

Die Orientierung zu verlieren ist schlimm. Ich könnte euch noch sagen, an welchem Tag dies geschah, und um wieviel Uhr. Das hat man davon, wenn man nur aus Träumen besteht. Ich konnte nichts dafür, ich war schon immer so. Vielleicht um mich zu schützen, um der Realität zu entfliehen, vielleicht habe ich deshalb immer nur an der Zukunft und an meinen Träumen festgehalten. Mit der Zeit geschah es, dass meine Tausend Träume sich nur noch auf einen einzigen beschränkten. Bei jedem Geburtstag, bei jedert Sternschnuppe habe ich mir nur noch das eine gewünscht. An jenem samstag zerplatzte er. Und ich fühlte mich leer. Ich verlor meine Identität, da sie schließlich aus Träumen bestanden hatte, ich verlor mich selbst, mene Zukunftsvisionen, ich verlor den Weg, die Orientierung. Auch heute noch bin ich wie eine Fahne im Wind. Ich habe vergessen, woher ich komme und wohin ich will, ich habe vergessen, was ich im Leben erreichen wollte, ich habe vergessen wer ich bin. Das habe ich nun davon. Ich kann nichts mehr mit mir anfangen. Meine Seele ohne Träume ist nutzlos, ich könnte sie auf den Müll werfen, verbrennen, auf E-bay versteigern. Doch ich habe noch nirgends einen Secondhandshop für Seelen gefunden. Schade drum.

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Manchmal wenn ich innehalte, wenn ich einen Augenblick aufhorche, und das Leben betrachte, frage ich mich, was ich eigentlich tue. Wieso ich eigentlich lebe. Wenn ich so innehalte, dann erdrückt mich der Gedanke der Orientierungslosigkeit. Wo ich auch hinschaue, ich sehe Menschen, die wissen was sie wollen, die wissen, was sie morgen tun werden, die wissen, was sie mit ich anfangen sollen. Und ich stehe mittendrin, und ich habe nicht den geringsten Schimmer. Nicht den kleinsten. Ich habe keine Ahnung, was ich morgen tun werde, was ich sagen oder denken werde. Ich weiß nicht was ich mit meiner Zukunft anfangen soll, die Zukunft, die ein ganzes Leben ist. Ich stehe dann da und frage mich nichts anderes, als den Grund, wieso mein Wille und meine Zielstrebigkeit verloren ging., Eines morgens wachte ich auf, und ich war nur noch ein halber Mensch, ohne Träume. Kein einziger Traum! Nicht ein einziger! Als ich klein war, wollte ich ein Pony haben, Tierärztin werden und den Weihnachtsmann kennen lernen. Später wollte ich ausziehen, Medizin studieren. Und heute stehe ich da, ich bin nicht ausgezogen, habe kein Pony, ich habe noch nie mit dem Weihnachtsmann geredet, und ich muss erkennen, dass ich nicht gut genug für meine Kindheitsträume bin. Ich bin nicht gut genug für mich. Für das Leben. In solchen Augenblicken werde ich traurig, so sehr, dass ich mich verzweifelt wieder ins Leben stürze, um zu vergessen, dass ich keine Orientierung habe, und um das zu tun, wofür ich im Augenblick am meisten Talent besitze. Leben.


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16, Träumerin, von Natur aus chaotisch und laut, schreibsüchtig, nachdenklich, verplant
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